Ausstellung zu Kultur und Geschichte des 1000-jährigen Pekinger Yunju Tempels

Ausstellungszeitraum: 13.-16.06.2019
Eröffnungsfeier: TBD
Veranstaltungsort: TBD

Der Yunju Tempel liegt in der Region Fangshan südwestlich von Peking. Er ist bekannt für seine Sammlung von 14278 Stein-Sutras. Auf einer Fläche von insgesamt 2 km² gibt es nicht nur den Tempel selbst zu bestaunen, sondern auch mehrere Berghöhlen, die den Sutras jahrhundertelang als Versteck dienten, sowie Pagoden aus der Tang- und der Liao-Dynastie. Die Sehenswürdigkeiten des Yunju Tempels bilden einen großen Schatz buddhistischer Kultur aus dem historischen China.

Am 15.05.2019 wird der Yunju Tempel mit einer Ausstellung zur Geschichte und Kultur des tausendjährigen Tempels nach Berlin kommen. Es ist das erste Mal, dass die faszinierende Geschichte des Tempels für ein deutschsprachiges Publikum zugänglich sein wird.

Inschriften im Yunju Tempel

Inschriften im Yunju Tempel

Die Ausstellung ist entsprechend der Chronologie der Entwicklung des Tempels in vier Teile gegliedert: „Die Chroniken des Yunju Tempels“, „Das große Unterfangen des Meißelns von Stein-Sutras“, „Die nationalen Schätze des Yunju Tempels“ und „Ein würdevoller Ort und seine herausragenden Helden“. Mit vielfältigen Hilfsmitteln wie Drucken, Bildern, Texten, Fotografien und Kunst wird der Tempel für die Besucher rekonstruiert. Damit das Berliner Publikum ein Stück weit in die buddhistische Welt des Tempels eintauchen kann, wird eine junge Kampfkunstgruppe des Berliner Shaolin-Tempels nicht nur einen Einblick in ihr beeindruckendes Können geben, sondern auch vegetarische Köstlichkeiten auftischen.

Bereits in den Daye-Jahren der Sui Dynastie (605-618) begann man, an dem Ort des heutigen Yunju Tempels Sutras in Stein zu meißeln. Der Mönch Jingwan aus dem Zhiquan Tempel in der Provinz You fürchtete damals, angesichts der bereits zweimaligen Vernichtung des Buddhismus in der Nördlichen Wei und der Nördlichen Zhou Dynastie, den Untergang des Buddhismus. Daher begann er auf dem fernab gelegenen Shijing Berg mit dem schwierigen Unterfangen des Steinmeißelns, um durch die Verewigung der Sutras die Verbreitung der buddhistischen Lehre zu sichern. Von da an wurde die Arbeit über Generationen hinweg von Mönch zu Mönch weitergegeben und nach 6 Dynastien – Sui, Tang, Liao, Jin, Yuan und Ming – waren die 1122 Bände und 3572 Kapitel der buddhistischen Sutras schließlich in Stein gemeißelt. So ist die weltweit größte und älteste Bibliothek mit Stein-Sutras entstanden, ein großartiges kulturelles Wunder nicht nur der chinesischen Geschichte, sondern der gesamten Menschheitsgeschichte. Die Sammlung wurde am 4. März 1961 vom Staatsrat auf die erste Liste der Denkmäler der Volksrepublik China in Peking gesetzt.